Straße von Hormus und Ihr Bedeutung für die (Heiz-)Ölpreise
Mit Beginn des Iran-Kriegs sind die Ölpreise weltweit ruckartig angestiegen. Dies lässt sich an der Tankstelle genauso wie beim Kauf von Heizöl feststellen. Handelspreise überstiegen nach einer Woche des Krieges 100 US-Dollar pro Barrel und lagen kurzfristig sogar bei 120 US-Dollar. Ein wesentlicher Grund für diesen Preisanstieg ist die Straße von Hormus, wobei wir Ihnen diese Zusammenhänge sachlich aufzeigen möchten.
Was genau ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine Wasserstraße, die zwischen dem Iran und den arabischen Nationen liegt. Sie gehört zu den wichtigsten Transportwegen der Welt, über die neben Öl zahllose weitere Waren zwischen Kontinenten hin und her bewegt werden. Beispielsweise ist sie für viele arabische Länder eine wichtige Versorgungsroute für Lebensmittel, da im heißen Klima dieser Nationen nur wenig angebaut werden kann.
Mit einer Ankündigung des Iran, die Straße von Hormus zu blockieren, ist dieser Versorgungsweg abgeschnitten worden. Zahlreiche Tanker und Güterschiffe liegen fest, für andere Schiffe ist eine Durchfahrt nicht möglich. Zwar haben Nationen wie die USA angekündigt, die Straße im Zweifelsfall mit militärischen Mitteln freihalten zu wollen. Trotzdem gilt: Eine der wichtigsten Versorgungsstraßen über den Seeweg ist gestört und unterliegt dem stetigen Risiko, militärisch angegriffen zu werden.
Welchen Einfluss hat sie auf den Ölpreis?
Der Ölpreis ist mit der Blockade der Straße von Hormus vor allem aus zwei Gründen angestiegen. Zum einen liegt dies an konkret ausbleibenden Öllieferungen. Tanker können die Straße nicht passieren und so gerade Europa und Vorderasien mit Öl als Energieträger versorgen. Das Angebot sinkt bei gleichbleibender Nachfrage, was zu einem Preisanstieg führt.
Allgemein sorgt die Unsicherheit des Krieges für eine Unsicherheit, ob und in welchem Umfang Öl im Iran und den arabischen Nationen gefördert und transportiert werden kann. Die Drosselung der Förderung kann für den Iran ein wichtiges, politisches Mittel sein, auch gezielte Angriffe auf die Energie-Infrastruktur sind beim laufenden Konflikt denkbar. Je länger der Krieg dauert, umso stärker wird sich diese Unsicherheit auswirken.
Welche Faktoren spielen zusätzlich ein?
Preise für Heizöl und andere Energieträger unterliegen stetigen Schwankungen, so dass nicht alles auf den Versorgungsengpass in der Straße von Hormus geschoben werden kann. Wie beim Börsenhandel spielt viel Psychologie ein. So können Energiekonzerne Angst vor einem längeren Konflikt haben, weshalb zur wirtschaftlichen Prävention Öl zum höheren Preis verkauft wird. Mancher Energiekonzern wird den Iran-Krieg auch als Vorwand benutzen, um einige Cent auf die aktuellen Preise aufzuschlagen.
In Deutschland und Mitteleuropa können Verbraucher froh sein, dass der Iran-Krieg mit Beginn des Frühlings ausgebrochen ist. Mit dem endenden Winter sinkt die Nachfrage, die sonst für einen zusätzlichen Preisdruck gesorgt hätte. Spannend wird es Ende März 2026, wenn die traditionellen Preisanstiege an den Zapfsäulen mit Beginn der Osterferien anstehen.
Fragen zur Preisentwicklung? Wir beraten Sie!
Mehr denn je ist es in der aktuellen Situation wichtig, einen guten Zeitpunkt zum Befüllen Ihres Öltanks abzupassen. Der aktuelle Konflikt liefert zudem ein gutes Argument, nie zu knapp zu kalkulieren und auf eine kleine Reserve im Tank zurückzugreifen. Um die Preisentwicklung für die kommenden Wochen und Monate realistisch abzuschätzen, unterstützt Sie Langlitz Mineralöl gerne kompetent.